Glutenfrei, Weizenfrei? PDF Drucken

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Glutenfrei, Weizenfrei – Patienten, Ärzte und Bäckereien im Durcheinander

Morgens um halb zehn in Backnang: Eine Kundin fragt in einer Bäckerei nach glutenfreiem Brot und es
wird ihr freundlich ein Dinkelbrot empfohlen. (Das ist definitiv falsch). Auf die korrigierende Nachfrage
der Kundin, dass sie das laut Diätassistentin nicht essen dürfe, weil es nicht glutenfrei wäre, antwortet
die Bäckereifachverkäuferin: „Doch, das ist glutenfrei, Dinkel ist glutenfrei.“ (Das ist nochmal definitiv falsch).
Die Kundin ist irritiert und geht. (Gut so, denn sie hätte Probleme bekommen, wenn sie das angebotene Brot
gekauft und gegessen hätte). Diese Begebenheit ist keine ausgedachte Geschichte, sondern Alltag in Bäckereien.
Die Kunden werden über diese Themen falsch informiert und verunsichert. Warum? Aktuell gibt es sehr viele
Menschen, die auf Empfehlung von Ärzten oder Heilpraktikern Weizen als Getreide meiden und verstärkt Dinkel
einsetzen sollen. Gleichzeitig gilt von „Mund-zu-Mund“, dass Weizen einfach ungeeignet ist und Dinkel besser
verträglich für den Darm und für das Immunsystem und und und. Was steckt dahinter?


Weizenfrei – warum?

Beim Verzehr der bekannten und gebräuchlichen Getreidesorten Weizen und Roggen (weniger häufig auch bei
Gerste und Hafer) und ihren daraus hergestellten Produkten treten häufig Unverträglichkeiten und Allergien auf.
Eine Weizenallergie bedeutet meist, dass der menschliche Körper gegen das Eiweiß des Weizens reagiert.
Das Eiweiß im Weizen besteht aus diversen Eiweißfraktionen, wie Weizen-Albumin, Globulin und Gluten.
Der Körper bildet Antikörper und zeigt dann allergische Reaktionen. Mangels exakter Untersuchungen kann
bisher keine eindeutige Aussage über den Stellenwert der einzelnen Eiweißfraktionen gemacht werden.
Auch in der standardisierten Diagnostik wird bezüglich verschiedener Eiweiße nicht unterschieden. Im Einzelfall
muss daher über Provokation ausgetestet werden, wie stark die Weizenallergie und wie umfangreich die Palette
der zu meidenden Produkte ist. 1 Die beste Therapiemethode ist das Meiden des Weizens. Dies ist nicht einfach,
denn Weizen ist in unseren Breiten ein sehr übliches Getreide für sehr viele Grundnahrungsmittel wie Brot, Brötchen,
Backwaren und andere Nährmittel.

 

Alternativen für Weizen als Getreidesorte sind u.a. 

  • Buchweizen, 
  • Roggen, 
  • Hafer und 
  • alle glutenfreien Getreide oder Mehle sowie Kartoffeln.

 

Glutenfrei – warum?
Es gibt Menschen, die eine dauerhafte Unverträglichkeit gegenüber „Gluten“ haben. Die dazugehörende Krankheit
heißt Zöliakie oder auch Sprue. Gluten ist ein Stoff, der in Getreideeiweißen vorkommt. Folgende Getreide enthalten
Gluten als Eiweißbestandteil: Weizen, Dinkel, Grünkern, Roggen, Tritikale, Gerste, Hafer, Wildreis sowie alle daraus
hergestellten Mehle und Produkte. Die Weizenallergie wird häufig mit Zöliakie/Sprue verwechselt. Symptome und
Problematik sind häufig ähnlich, z.B. Blähungen, häufige, übel riechende Durchfälle, Meteorismus u.a.. Durch Gluten
im Essen kommt es zu einer Entzündungsreaktion an den Darmzotten und daraus resultierend, bei weiterer glutenhaltiger
Ernährung, zu einer Zottenatrophie. Daher auch die Symptome und langfristig die Gefahr von Mangelerscheinungen.
Die beste Therapiemethode ist das Meiden von Gluten. Dies ist schwierig und anspruchsvoll, denn Gluten ist in vielen
Lebensmitteln des täglichen Bedarfes enthalten.

Glutenfreie Getreide und Lebensmittel sind z.B.

  • Kartoffel 
  • Reis 
  • Hirse 
  • Buchweizen 
  • Mais 
  • Kastanie 
  • Quinoa 
  • Amaranth.

Fazit:

>>> Weizenfrei essen bedeutet, auf alle Lebensmittel und Produkte zu verzichten, die Weizen enthalten.
Eingesetzt werden können und sollten viele andere Getreide und Lebensmittel, z.B. Roggen, Hafer, alle glutenfreien Getreidesorten und daraus hergestellte Produkte und Speisen.

>>> Glutenfrei essen bedeutet, auf alle Getreidesorten zu verzichten, die mit Weizen, Dinkel, Roggen, Hafer,

Gerste und Wildreis hergestellt sind oder daraus bestehen. Mögliche Alternative sind Kartoffeln, Reis, Mais
und viele andere glutenfreie Getreide.

Es darf nicht sein, dass Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit Dinkel
angeboten wird. Umgekehrt ist es möglich, dass Menschen mit einer Weizenallergie
durchaus andere Getreidesorten vertragen können. Hier tut Aufklärung not, wir machen das gerne und bitten um Ihre Unterstützung.

Quellen:
1 http://www.daab.de/ern_weizen.php
www.schaer.com
Behr-Völtzer, C. et al: Diät bei Nahrungsmittelallergien und –intoleranzen.
3, aktualisierte Auflage. Medizin & Wissen. München 2006


Für weitere Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.
Birgit Blumenschein,
Diätassistentin/Dipl.-Medizinpädagogin
Fon 02534 - 6466984 Fax 02534 - 6466985
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
www.ernaehrungstherapie-blumenschein.de
 
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